Tips für Lernende 2 – Britisches oder Amerikanisches Englisch?

2

Heute mal zu einer Frage, die mir doch sehr oft gestellt wird, nämlich die nach dem “besseren” Englisch.

Es ist ein übles Klischee, dass Englischlehrer nur “Oxford-Englisch” bevorzugen würden…sicherlich gibt es diese Hardliner bis heute noch, aber meine Einstellung ist da doch sehr liberal. Das einzige, was ich fordere ist, dass alles kohärent sein muss.

Soll heißen: Wer “color” schreibt, der muss zum Kofferraum auch “trunk” sagen, “wie ich bereits sagte” ist dann “LIKE I said”, das Partizip Perfekt von “get” ist dann “gotten” usw.

Wer “colour” schreibt, der hat als Kofferraum einen “boot”, sagt “AS I said” und das PP von “get” ist “got”.

Die Britophilen dürfen bei dem Satz “I have got a car.” das “got” weglassen (“I have a car.”), während die Americanophilen (ist das überhaupt das Nomen dazu?!) das “have” (“I got a car.”)

Im britischen Englisch stehen Abkürzungen wie “Mr” und “Mrs” ohne Punkt, im amerikanischen Englisch mit (“Mr.” und “Mrs.”), ein britischer Brief hat weder nach der Andrede noch nach der Grußformel ein Satzzeichen, während die Amerikaner gerne nach der Anrede einen Doppelpunkt machen.

Die Briten halten die Regel des Present Perfect (zum Leidwesen vieler Lernender) immer noch sehr hoch, während es den Amerikanern egal ist, ob man nun “I have lost my key, have you seen it?” oder “I lost my key, did you see it?” sagt und schreibt.

Das schöne alte “shall” ist in den USA verschütt gegangen, genau wie ein Amerikaner “need” nur mit “don’t” verneint (“needn’t” ist rein britisch)…die Amerikaner können “accommodation” zählen, liegen “in THE hospital”, die Briten tun etwas “AT the weekend”, während die Amerikaner lieber etwas “ON the weekend” tun usw…

Es gibt noch eine Reihe mehr Beispiele, sowie es Bücher gibt, die sich nur mit diesen Unterschieden auseinandersetzen.

In meinen Masterclasses achte ich dann ausserdem darauf, dass auch die Aussprache zur bevorzugten Varianz passt, sonst klingt das sehr bizarr…

Mein Tip: Suchen Sie sich als Lernende(r) erst einmal “Ihre” Varianz heraus…wenn Sie tendenziell eher auf Harry Potter, Tee und London stehen oder beruflich viel mit dem Empire zu tun haben, so sollten Sie sich an der britischen Schreib- und Sprechweise und am britischen Vokabular orientieren. Ist Ihr Ding eher, einmal mit der Harley über den Highway Number One zu brettern, so sollten Sie sich erst einmal mit der amerikanischen Varianz auseinandersetzen.

Vollprofis passen dann ihren “Dialekt” später dem Gegenüber an, um einige unbewusste Bonuspunkte einzuheimsen…das fällt schon in den Bereich der “psychologischen Kriegsführung” im Geschäftsleben. Das kennen Sie aber sicher von sich selbst:

Wenn Sie als Münchner mitten im tiefsten Afrika jemanden finden, der Deutsch spricht, erfreut Sie das sicher bereits sehr und sie haben sofort eine positivere Disposition zu diesem Menschen…klingt dieser Mensch aber dann noch so, als sei er auf dem Viktualienmarkt großgeworden und hat noch ein Paulaner im Kühlschrank, hat er auf ganzer Linie gewonnen – und kann Sie somit übelst über den Tisch ziehen…aber über die dunkle Seite der Macht wollen wir hier ja nicht reden ;)

Fazit: Ob Sie klingen wie Bush oder Thatcher…hauptsache, Ihr Vokabular und Ihre Phrasen passen dazu. Es gibt kein “besseres” Englisch…so wie die Österreicher ja auch kein “schlechtes” oder “falsches” Deutsch sprechen…es ist eben ein anderes Land, das “sein” Deutsch so spricht, wie es sich entwickelt.

In diesem Sinne, bis zur nächsten Lektion!

cd

Englisch mit Misterduncan

0

Das hier soll ja kein reines Werbeblog sein, davon gibt es wirklich schon genug. Sporadisch werde ich hier also auch immer mal Kollegen vorstellen, die mir aus irgendeinem Grund auffallen.

Der erste, der hier genannt werden soll, ist Misterduncan und sein Youtube-Kanal “Learning English with Misterduncan“.

Mal seriös, mal völlig abgedreht liefert Misterduncan als Muttersprachler in kurzen Lektionen Englischunterricht für alle Kompetenzstufen…gibt landeskundliche Infos, die man nur als “Insider” kennen kann und stellt eine gute Abwechslung dar, wenn der Theorieunterricht zu langweilig zu werden droht.

Hier eine Beispiellektion:

Viel Spaß auf seinem Kanal!

cd

 

 

Tips für Lernende 1 – Das V-Problem

0

Das erste Thema in der Kategorie “Tips für Lernende” soll heute das klassische “V-Problem” der Deutschen sein:

Viele deutschsprachige Lernende haben ein Problem, das englische “V” korrekt auszusprechen…bei den meisten wird es eher zu einem “geschmierten U”…sie sprechen “visit” also als “uisit” aus…”volunteer” als “uolonteer” etc.

Warum passiert das?

Das Geheimnis dahinter ist die sogenannte Psychomotorik. Wir haben im Erstspracherwerb auch Lesen gelernt. Um flüssig lesen zu können, muss sich ein gewisser Automatismus einschleifen, welche Buchstabenkombinationen zu welchen Lautkombinationen gehören. Gleichzeitig haben wir so, obwohl wir physiologisch in der Lage sind, jeden beliebigen Laut (sog. “Phoneme”) zu produzieren, uns ein Repertoire an Lauten geschaffen, die in unserer Muttersprache vorkommen. Andere Laute wurden verworfen und nicht länger geübt. Damit dies alles reibungslos klappt, sind die entsprechenden Bewegungen ubewusst und automatisiert. Wenn wir uns über jeden Laut Gedanken machen müssten, könnten wir keine Reden halten und nicht einmal flüssig sprechen. Genau dies aber wird uns bei einer Fremdsprache zum Verhängnis und erzeugt das, was wir einen “Akzent” nennen. Das Gehirn möchte die erlernten Laute, die “zu den Buchstaben gehören”, produzieren und wir müssen als Lernender immer aktiv und bewusst “gegensteuern”. Bekommen wir eine vernünftige phonetische Ausbildung, so kann auch die Fremdsprache irgendwann so automatisiert sein, dass wir (zumindest nahezu) akzentfrei sprechen. Darin liegt übrigens auch die Schwierigkeit von “Zungenbrechern”. Zungenbrecher enthalten Lautkombinationen, die gewissermaßen “an entgegengesetzten Enden” des Mundes liegen und somit deren flüssige Produktion einiges an Übung erfordert…wir versprechen uns dabei, weil unsere Psychomotorik durcheinandergerät und bestenfalls eine Zwischenposition des gewünschten Lautes produziert, oder einen völlig falschen Laut.

Irritierenderweise ist das englische “V”, bzw. der Laut, der zu ihm gehört, im Lautrepertoire des Deutschen ebenfalls vorhanden…er ist ein ganz normales “W”. Es ist eine rein psychische Blockade, diesen Laut im Englischen nicht mehr hinzubekommen. Es reicht aber oftmals eine einzige Lehrstunde, diesem Problem Herr zu werden. Und der Inhalt ist eigentlich banal:

Machen Sie sich klar, dass Sie den Laut bereits beherrschen, auch in der gewünschten Kombination. Zwar haben wir auch den “Vogel”-Laut, aber den gibt es im Englischen für das “V” nicht.

Sagen Sie mehrfach hintereinander die folgenden Wortpaare:

Visitenkarte – visit

Visite – vintage

Weste – vest

Vandalismus – vandalism

usw.

Spätestens in ein paar Tagen hat es sich auch bei Ihnen eingeschliffen…

cd

Willkommen im Blog von www.englischtrainer.biz !

0

Liebe Lernenden, liebe Lehrenden und alle anderen, die eine Verbindung zur oder eine Affinität für die engliche Sprache hegen,

hier entsteht gerade das Blog “Der Englischtrainer”. Noch gibt es nicht viel zu sehen, aber bald werde ich hier regelmäßig Lerntips, häufig aufkommende Fragen im Englischunterricht und auch den einen oder anderen Fachbeitrag für Kollegen hier veröffentlichen – ein wenig als Eigenwerbung und als kostenlose Dreingabe für alle, die sich für Englisch und Englischunterricht im engeren oder im weiten Sinne interessieren.

Gruß,

 

cd

 

nach oben